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Freude in der Fremde

Veröffentlicht am 08.09.2022

 Warum gute Kommunikation das Unbekannte braucht




Wer länger nur an Plätzen ist, die er gut kennt, verlernt das Kommunizieren. Es kann zwar sein, dass Sie grundsätzlich ihren besten Freunden oder Kolleginnen und Kollegen gerne viel erzählen. Aber wer sich wirklich darin üben will, besser und klarer zu kommunizieren, braucht regelmäßig ein neues, unbekanntes Publikum.

Versuchen Sie doch mal folgendes: Verlassen Sie für einen Tag Ihre gewohnte Umgebung und fahren Sie in einen Nachbarort, wo Sie keiner kennt. Dann legen Sie sich im Vorfeld ein paar Ideen oder persönliche Erfahrungen zurecht, die Sie unbedingt, ähnlich wie Pointen in einem Kabarett- oder Theaterstück, unbedingt vorbringen möchten. Das können scheinbar profane Weisheiten sein, etwa „In der Ruhe liegt die Kraft“, oder auch sehr individuelle Dinge wie „Ich fahre immer gerne ans Meer“.

Ziel sollte sein, etwas vom Gegenüber zu erfahren oder in ihm auszulösen, mehr als „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ zu sagen – und mit Freundlichkeit und Liebe auf andere Menschen zuzugehen. Sie können sich auch einfach eine bestimmte Kontaktzahl vornehmen. Beispielsweise 10. Sie nehmen sich also vor, bewusst 10 verschiedene Menschen in ein kurzes positives Gespräch zu verwickeln.  

Dann legen Sie los. In einem Geschäft, mitten auf der Straße, in einer Bäckerei, einem Restaurant… Am Ende des Tages werden Sie vielleicht merken, wie gut es tut, mit ein paar klaren, gewählten Worten auf andere Menschen zuzugehen, ohne ihnen fremde Ideen oder Meinungen überstülpen zu wollen. Gute Kommunikation bedeutet ein Treffen von Menschen, die einander erkennen. Gute Kommunikation fördert die Gewissheit, dass wir im Grunde alle zusammengehören.

(Rüdiger Schmidt-Sodingen)